Die Inhaltsstoffe: Herkunft, Chemie und Forschungsstand
Sieben Bestandteile, eine Kapsel: N7 Neo vereint 100 mg Guarana-Extrakt (davon 22 mg Koffein), 100 mg Apfelessig-Extrakt, 100 mg Garcinia-cambogia-Extrakt, je 50 mg L-Leucin und L-Glutamin, 15 mg Zink als Zinkcitrat und 40 µg Chrom als Chrompicolinat. Diese Seite ordnet jeden dieser Stoffe wissenschaftlich ein – Herkunft, chemische Leitsubstanzen, Aufnahme im Körper und Sicherheitsbewertung. Alle verlinkten Arbeiten sind über PubMed abrufbar. Bei Zink und Chrom, für die das EU-Register zugelassene Aussagen führt, geht es dabei auch um die physiologische Rolle; bei den übrigen Stoffen ausschließlich um Herkunft, Chemie, Pharmakokinetik und Sicherheit.
🌿 Guarana (Paullinia cupana) – 100 mg Extrakt, 22 mg Koffein
Guarana ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Seifenbaumgewächse; domestiziert wurde sie im zentralen Amazonasbecken. Die Sateré-Mawé am Rio Maués rösten und mahlen die Samen seit Jahrhunderten und pressen sie zu Stangen, die man raspelt und in Wasser anrührt. Wie aus diesem regionalen Alltagsgetränk zunächst eine brasilianische Nationallimonade und später ein weltweit gehandelter Rohstoff wurde, zeichnet der ethnobotanische Beitrag von Smith & Atroch (Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2010) nach.
Chemisch ist Guarana vor allem eine Koffeinpflanze: Die Samen zählen zu den koffeinreichsten Pflanzenteilen; daneben enthalten sie Theobromin, Theophyllin, Gerbstoffe, Catechine und Procyanidine. Koffein wirkt als Antagonist an Adenosinrezeptoren und wird in der Leber über das Enzym CYP1A2 abgebaut – ein Grund für die stark schwankende individuelle Verträglichkeit. Die systematische Übersichtsarbeit von Wikoff et al. (Food and Chemical Toxicology, 2017) wertete die Evidenz zu unerwünschten Wirkungen bei gesunden Erwachsenen, Schwangeren, Jugendlichen und Kindern aus und bestätigte 400 mg pro Tag für gesunde Erwachsene und 300 mg für Schwangere als Orientierungswerte. Die EFSA hatte 2015 für Schwangere 200 mg angesetzt. Die 22 mg einer Kapsel N7 Neo entsprechen etwa einer Vierteltasse Filterkaffee.
🍎 Apfelessig-Extrakt – 100 mg
Essig zählt zu den ältesten fermentierten Lebensmitteln; wo Wein oder Obstmost gekeltert wurde, kannte man auch das saure Endprodukt der Gärung. Apfelessig entsteht in zwei mikrobiologischen Stufen: Hefen vergären den Zucker des Apfelmosts zu Ethanol, anschließend oxidieren Essigsäurebakterien der Gattung Acetobacter das Ethanol zu Essigsäure. Geschichte, Herstellungsverfahren, Essigsorten und die beteiligten Bakterien fasst die Übersichtsarbeit von Budak et al. (Journal of Food Science, 2014) zusammen. Neben Essigsäure enthält Apfelessig phenolische Verbindungen aus dem Ausgangsobst; die Autoren nennen Gallussäure, Catechin, Epicatechin, Chlorogensäure, Kaffeesäure, p-Cumarsäure und Ferulasäure als charakteristische Bestandteile.
Was einen Essig in der Nase und am Gaumen ausmacht, ist inzwischen eine eigene Forschungsdisziplin: Xie et al. (Frontiers in Microbiology, 2022) systematisierten erstmals die flüchtigen Aromastoffe von Frucht- und Getreideessigen und ihre Entstehung während der Gärung. Für die Kapsel wird der Essig getrocknet und extrahiert – die Säure bleibt erhalten, trifft aber nicht mehr auf Zunge und Zahnschmelz.
🌳 Garcinia cambogia – 100 mg Extrakt
Hinter dem Handelsnamen Garcinia cambogia steht botanisch Garcinia gummi-gutta, ein immergrüner Baum, der in den Westghats Südindiens und in Südostasien wächst. Die getrocknete Schale seiner kleinen, kürbisähnlichen Früchte dient in der Küche Keralas als säuernde Zutat für Fischcurrys. Die ethnobotanische Verwendung, die Phytochemie und die pharmakologische Datenlage der Pflanze bündelt die Übersicht von Semwal et al. (Fitoterapia, 2015). Die Leitsubstanz der Fruchtschale ist (–)-Hydroxyzitronensäure (HCA), eine der Zitronensäure verwandte Fruchtsäure, die als Inhibitor der ATP-Citrat-Lyase beschrieben ist – jenes Enzyms, das Citrat außerhalb der Mitochondrien in Acetyl-Coenzym A umwandelt.
Wie viel davon im Blut ankommt, untersuchten Loe et al. (Analytical Biochemistry, 2001) mit einer eigens entwickelten GC/MS-Methode: Bei vier Probanden lagen die Plasmakonzentrationen nach 2 g HCA zwischen 0,8 und 8,4 µg/ml, gemessen 30 Minuten bis zwei Stunden nach Einnahme – HCA wird resorbiert, zirkuliert aber nur in geringen Mengen. Einzelfallberichte zu Leberschädigungen unter garciniahaltigen Kombiprodukten haben die Fachwelt hellhörig gemacht; bei Lebererkrankungen ist die Einnahme deshalb nicht vorgesehen.
🧬 L-Leucin – 50 mg
L-Leucin gehört zu den drei verzweigtkettigen, essenziellen Aminosäuren, die der Körper aus jedem Nahrungseiweiß bezieht. Seine Sicherheitsgrenze ist ungewöhnlich präzise ausgelotet. Elango et al. (American Journal of Clinical Nutrition, 2012) verabreichten fünf gesunden Männern zwischen 20 und 35 Jahren in 29 Einzelversuchen stufenweise steigende Leucinmengen von 50 bis 1250 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag; erst oberhalb von 500 mg/kg stiegen Ammoniak- und Leucinwerte im Blut messbar über die Norm. Für einen 70 Kilogramm schweren Menschen entspricht diese Schwelle 35 Gramm täglich – die 50 mg in N7 Neo liegen um fast drei Größenordnungen darunter.
🧬 L-Glutamin – 50 mg
L-Glutamin ist die häufigste freie Aminosäure im Blutplasma, wird körpereigen gebildet und transportiert Stickstoff zwischen den Organen. Auch hier spielen die Sicherheitsdaten in einer ganz anderen Größenordnung: Holecek (Journal of Parenteral and Enteral Nutrition, 2013) diskutiert mögliche Nebenwirkungen einer chronischen Zufuhr von rund 40 g pro Tag, etwa Verschiebungen im Aminosäuretransport und im Ammoniakstoffwechsel. Die 50 mg pro Kapsel bewegen sich dagegen im Bereich dessen, was ein einzelner Bissen eiweißreicher Kost liefert.
⚖️ Zink – 15 mg (150 % NRV) als Zinkcitrat
Der Körper eines Erwachsenen enthält zwei bis drei Gramm Zink, von denen täglich rund 0,1 Prozent ersetzt werden müssen – so beziffern es Maret & Sandstead (Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, 2006). Die Autoren benennen zugleich die Kehrseite: Hohe Zinkzufuhren im Verhältnis zu Kupfer können einen Kupfermangel begünstigen, und die Nähe von Zufuhrempfehlung und Sicherheitsgrenze bleibt eine ungelöste Herausforderung. Die europäische Obergrenze für Erwachsene liegt bei 25 mg pro Tag aus allen Quellen; die 15 mg in N7 Neo bleiben darunter – vorausgesetzt, es kommen keine weiteren Zinkpräparate dazu.
Die gewählte Verbindung ist kein Zufall. Wegmüller et al. (Journal of Nutrition, 2014) maßen mit einem Doppelisotopen-Verfahren bei 15 gesunden Erwachsenen die Zinkaufnahme aus 10 mg Zink als Citrat, Gluconat und Oxid im Crossover-Design: Zinkcitrat wurde im Median zu 61,3 Prozent resorbiert, Zinkgluconat zu 60,9 Prozent, das schwer lösliche Zinkoxid nur zu 49,9 Prozent. Für Zink ist im EU-Register unter anderem die Aussage zugelassen: Zink trägt zu einem normalen Kohlenhydrat-Stoffwechsel bei.
🔬 Chrom – 40 µg (100 % NRV) als Chrompicolinat
Biologisch relevant ist dreiwertiges Chrom, dessen Biochemie jahrzehntelang zu den rätselhaftesten Kapiteln der Spurenelementforschung zählte. Vincent (Proceedings of the Nutrition Society, 2004) fasst den Stand zusammen: Chrom wird vermutlich in Form des Oligopeptids Chromodulin ausgeschieden, und Chromodulin bindet an den aktivierten Insulinrezeptor; ein Chrommangel ist beim Menschen allerdings schwer herbeizuführen. Auf dieser Grundlage hat die EFSA zwei Aussagen positiv bewertet, die das EU-Register zulässt: Chrom trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei, und Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei.
Chrompicolinat, die in N7 Neo verwendete Verbindung, hat die EFSA 2010 als Chromquelle für Nahrungsergänzungsmittel auf ihre Sicherheit geprüft. Die Aufnahme verglichen DiSilvestro & Dy (Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, 2007) bei jungen, normalgewichtigen Frauen: jeweils 200 µg Chrom als Picolinat, zwei Nicotinat-Formen und Chlorid. Gemessen an der 24-Stunden-Ausscheidung im Urin, einem indirekten Absorptionsmaß, lag Chrompicolinat signifikant vor den drei anderen Verbindungen.
📋 Was das EU-Register erlaubt – und was diese Seite nicht behauptet
ℹ️ Für nur zwei der sieben Bestandteile gibt es zugelassene gesundheitsbezogene Angaben nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006: Zink und Chrom, mit den oben wörtlich wiedergegebenen Aussagen. Für Guarana, Apfelessig, Garcinia cambogia, L-Leucin und L-Glutamin existiert im EU-Register keine zugelassene Angabe. Ihre Forschungs- und Traditionsgeschichte steht hier, weil sie erklärt, warum diese Stoffe in der Rezeptur sind – nicht, weil daraus eine Wirkung des Produkts folgt. N7 Neo ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Arzneimittel. Alle Studienlinks führen zu PubMed; Mengen, Einnahme, Preise und Sicherheitshinweise stehen auf der Startseite.